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Ein aktuelles Selbstverständnis der InformatikInformatik beeinflusst und durchdringt unser heutiges Leben immer mehr. Eine Vielzahl von Informatikanwendungen ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dafür ist Grundlagenforschung im Kerngebiet der Informatik unabdingbar, ohne die weder die heute etablierten Anwendungen möglich gewesen wären, noch neue Entwicklungen entstehen können. Um erfolgreich zu forschen, benötigen Informatikerinnen und Informatiker nicht nur geeignete Randbedingungen, sondern auch spezifische Fähigkeiten. Zu diesen zählen:
Die Kerninformatik teilt sich ihrem Wesen nach in die eher grundlagenorientierte Theoretische Informatik und die eher ingenieurwissenschaftliche Praktische und Technische Informatik. Zentraler Aspekt des grundlagenorientierten Teils sind hierbei gleichsam die Grenzen des Machbaren. Dabei geht es sowohl um die Grenzen des in akzeptabler Zeit Lösbaren, wie in der Komplexitätstheorie, als auch um die Grenzen dessen, was überhaupt berechnet werden kann. Der eher ingenieurwissenschaftliche Teil der Informatik beschäftigt sich mit Prinzipien, Entwicklungsverfahren, Werkzeuge und Plattformen für Systeme. Hier entwickelt die so genannte Angewandte Informatik in enger Abstimmung mit Anforderungen, die aus der Gesellschaft, der Industrie und den einzelnen Anwendungs¬disziplinen stammen, Lösungen. Das wird erst durch den reichen Fundus an Methoden und Verfahren aus der Grundlagenforschung und den Ingenieurwissenschaften möglich. Andererseits stellen sich aus den konkreten Anforderungen heraus Probleme, mit denen sich die Grundlagenforschung beschäftigt. Dieser fruchtbare Austausch innerhalb der Informatik, zwischen den von ihren Herangehensweisen und Denkarten recht unterschiedlichen Disziplinen der Grundlagen- und Ingenieurwissenschaften, gehört zum Wesen der Informatik grundlegend hinzu. Die Basis dafür legt nicht zuletzt eine fundierte Ausbildung in der Kerninformatik, die einen fruchtbaren Austausch von Methoden und Wissen, eine „gemeinsame Sprache“, zwischen Grundlagenforschung und Anwendung ermöglicht. Die Entwicklung neuer Anwendungen ist erst dann möglich, wenn die Grundlagen¬wissenschaften ebenso wie die Anwendung einbezogen sind - das gilt schon für die Ausbildung von Informatikerinnen und Informatikern. Literaturhinweise: Positionspapier der GI "Was ist Informatik?" |